10/31/2014

Kurztrip nach Tokyo - oder die Stadt die mich arm macht...

Letztes Wochenende musste ich wegen einem Einführungstreffen meines Stipendiums am Freitag nach Tokyo reisen.
Da der DAAD auch die Kosten für die Anreise und Rückreise übernommen hat war das eine super Chance der Großstadt nach meiner Reise im letzten Jahr einen weiteren Besuch abzustatten.
Gereist bin ich gemeinsam mit einer anderen Stipendiatin, die auch hier an der Osaka Universität studiert und wir haben uns ein Zimmer geteilt, damit der Preis für jeden nicht so hoch war.


Von Osaka aus braucht man mit dem langsamsten Shinkansen, dem Kodama, (also der, der an allen Stationen hält) etwa vier Stunden. Das ist auch der Zug den wir genommen hatten, da das der billigste war und somit im Budget dessen lag, was wir vom DAAD erstattet bekommen konnten.
Das einzig blöde war, dass es nur noch Plätze im Raucherabteil gab, aber im Endeffekt war es nicht so schlimm gewesen, auch wenn man es natürlich schon stark gerochen hat.

Das Hotel, das wir uns ausgesucht hatten lag in Ueno, also ziemlich zentral. Der Ueno Bahnhof liegt an der Yamanote-sen, die Bahnlinie, die quasi im Kreis durch Tokio fährt und damit ziemlich praktisch ist um an alle möglichen Orte zu gelangen.
Es war in einem japanischen Stil, das heißt es war ein Tatami Zimmer mit Futons auf dem Boden, aber für unsere Zwecke vollkommen genügend. 
Leider haben wir unsere Ankunft etwas knapp geplant, so dass wir nach dem einchecken ins Hotel die Beine in die Hand nehmen mussten um noch pünktlich zum Einführungstreffen zu kommen - was natürlich nicht ganz funktioniert hat, aber auch nicht weiter schlimm war.
Das Einführungstreffen an sich war ziemlich langweilig, es wurden nur ein paar Erklärungen und Erfahrungsberichte zum Besten gegeben.
Der interessantere Teil begann erst am Abend. Die Veranstaltung "Butterbrot und Bier" (und ja, genau das gab es da zu essen/trinken :D).
Dabei handelt es sich um ein Treffen von deutschen Studenten/Proffessoren/DAAD Ehemaligen/japanischen Studenten die an Deutschland Interesse haben, etc. das vom DAAD ausgerichtet wird. Eingeleitet wurde das ganze mit einem interessanten Vortrag von einem deutschen Architekten, der in Japan arbeitet. Das Thema des Vortrags waren verschiedene Projekte die nach dem großen Erdbeben von 2011 in der Tohoku Region von lokalen Bürgern gestartet wurden und was alles getan wurde. Sein momentanes Projekt ist es anscheinend alle diese kleinen Bürgerprojekte auf einer Karte zu verzeichnen.
Das ganze war ziemilch interessant! Danach gab es dann Butterbrot und Bier und man konnte sich dann noch mit den Leuten unterhalten und so.

Am Samstag bin ich morgens als allererstes in den Ueno Park gegangen. Dadurch, dass ich letztes Jahr im Februar dort war, sah es doch ziemlich anders aus. Aber ich mag Ueno und die Umgebung total gerne. Hier mal ein paar Fotos.





Ueno ist einfach schön :)
Für den Mittag hatte ich mich am Tag zuvor mit einem der anderen Stipendiatinnen verabredet und wir wollten zusammen nach Ikebukuro die Otome Doori unsicher machen. Die Otome Doori, oder auf deutsch "Jungfrauen Straße" ist eine Straße auf der sehr viele Geschäfte stehen, die sich auf Anime, Manga und Games Merchandise spezialisiert haben. Dabei richten sie sich hauptsächlich an junge Frauen.
Es ist wirklich unglaublich, was es da alles für Merchandise gibt. Ein Paradies für Fans. Unnötig zu erwähnen, dass mein Geldbeutel dort um einiges erleichtert wurde :D
Abends waren wir dann noch in Harajuku auf der Takeshita Doori, wo es viele Geschäfte mit "Jugendmode" und Popkultursachen gibt. Auch dort konnte ich natürlich nicht durchgehen ohne mir etwas zu kaufen :D Aber da ich ja im "Urlaub" war, ist as vollkommen legitim *husthust*
Zumindest war es ein sehr lustiger Tag mit vielen Geschäftsbummeleien.
Um den Tag noch schön ausklingen zu lassen haben Jessica, mit der ich mir das Hotelzimmer geteilt habe, und ich noch beschlossen zum Karaoke zu gehen. Das ist in Tokyo recht teuer. ca. 25 Euro hat jeder von uns für 2 Stunden bezahlt. Aber das war es uns zu dem Zeitpunkt dann auch wert. Es hat sehr viel Spaß gemacht.

Sonntag mussten wir morgens unser Zimmer räumen und haben uns dann auf den Weg zum Tokyo Bahnhof gemacht. Denn dort gibt es die Charakter Street, eine kleine Passage im Unterirdischen Kaufhaus des Tokyo Bahnhofs, wo es lauter Shops von Fernsehsendern, Maskottchen und ganz wichtig, den Shonen Jump (ein Manga Magazin) Shop gibt. Es hieß also wieder Geld ausgeben :D Wobei ich mich sehr zurückgehalten habe und nur 2 Clearfiles besorgt habe!


Da wir nach dem Mittagessen noch etwas Zeit hatten haben wir uns noch auf den Weg gemacht uns den Kaiserlichen Garten anzuschauen. Auch dieser sah anders aus, als im Februar letzten Jahres. Es war um einiges grüner :D


Allerdings hatten wir nicht mehr so viel Zeit, da wir ja unseren Zug erwischen mussten.

Alles in allem war es ein echt spaßiges Wochenende und Tokyo ist nach wie vor eine tolle Stadt. Allerdings würde ich dort nicht wohnen wollen.
Es sind einfach zu viele Menschen!
Und was mir bei diesem Besuch ziemlich extrem aufgefallen ist, waren die vielen Obdachlosen, die vorallem im Bereich des Ueno Parks überall rumsaßen. Das waren schon ziemlich viele!
Auch wenn Minoo vielleicht ein bisschen zu ruhig ist, fühle ich mich hier doch wohler als in einer riesigen Großstadt. Und es ist definitiv besser für meinen Geldbeutel :D
Außer dass ich unglaublich gerne einen Fernseher hätte :/ Das Hotel hat mich da doch ziemlich verwöhnt xD

Kommentare:

  1. Wieder ein toller Bericht! Wie gerne ich auch dort wäre y.y....... Irgendwann werde ich es schaffen!

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  2. Toller Bericht und schöne Fotos! Ich möchte irgendwann auch unbedingt nach Tokio reisen. :)

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  3. Wow - ich bin beeindruckt! Das ist ja ein richtiges Abenteuer, wenn man ein ganzes Jahr in Japan studieren darf.

    Ich wünsche dir viel Erfolg!

    Liebe Grüße,
    Nicole

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